Low Stress Stockmanship

By 1. Oktober 2016Allgemein, Bio-Bauern

Seit 2008 arbeitet unser Partner für Angus-Rinder, der Biohof in Zempow, mit der Low-Stress-Stockmanship-Methode. Diese hat sich dem besonders stressarmen Umgang mit Weidetieren verschrieben, durch einen artgerechten und natürlichen Umgang mit den Tieren.

Eine Übersetzung des englischen Begriffes ist so direkt nicht möglich, sie wird deshalb im Original verwendet. Die Einzelteile könnte man ungefähr so übertragen:

  • Low – Niedrig
  • Stress – Stress
  • Stockmanship – Herdentier-Mensch-Beziehung

Die Anfänge des Stockmanships legte Bud Williams in den USA, der 1932 geboren wurde. Seine Stärke war seine außergewöhnliche Beobachtungsgabe. Mit seiner Stockmanship Methode, die auf dem Verständnis der Tiere und Respekt vor ihnen beruht, sorgte er nicht nur für einen artgerechten Umgang sondern auch für eine höhere Leistungsfähigkeit der Weidetiere.  Zeitlebens arbeitete er neben Rindern auch mit Schafen, Ziegen, Rotwild, Rentieren, Bisons oder Schweinen. Zuerst riefen ihn Nachbarn um Hilfe, wenn Tiere in besonders kniffeligen Situationen von A nach B bewegt werden sollten. Später gab er seine Erkenntnisse auch an andere Landwirte weiter. So gelangte diese Art der Arbeit mit Weidetieren auch nach Deutschland.

Es geht darum, das Wesen der Weidetiere zu verstehen. Wie nehmen die Tiere die Umgebung wahr? Wie verhalten sie sich in ihrer Herde? Welche Ausdrucksformen haben sie?

Besonderheiten bei Rindern:

  • seitliche Augen (Fluchttier) mit großem Sichtfeld
  • kleinste Bewegungen werden wahrgenommen aber nur als Einzelbilder
  • Entfernungen können schlecht geschätzt werden
  • Anpassung von Hell zu Dunkel dauert viel länger als beim Menschen

Also: ruhige Bewegungen, sich bemerkbar machen, sich „sehen“ lassen (min. 1 Auge des Rindes selbst sehen)…

Konzept der Zonen:

  • Beobachtungszone
  • Flucht-/Bewegungszone
  • Angriffszone

Je positiver und häufiger der Kontakt mit Menschen, desto kleiner sind diese Zonen.

Grundsätze:

  • Lass die Tiere sehen, wer sie in Bewegung setzt
  • Die Tiere sollen in Gangrichtung schauen
  • Respekt: abwarten bis die Tiere bereit zur Bewegung sind
  • Bewegung erzeugt Bewegung: z.B. Zickzack-Gang Bewegung des Menschen

Es dauert natürlich. diese Methode zu erlernen und zu perfektionieren. Die Ergebnisse sind immer wieder erstaunlich und auch für den Laien faszinierend und bestätigt mal wieder:

In der Ruhe liegt die Kraft.

MyCow biofleisch Angus Zempow
Biofleisch Angus Zempow
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Wilhelm Schäkel, Biohof Zempow